Mitteldeutsche Zeitung vom 10.10.2006
Kleinkunstnacht in Musikkneipe in Bockwitz: Die Herren Beckert und Till sorgen für Höhepunkte
VON FLORIN KAUTZ
Bockwitz/MZ. Für viele Besucher der siebenten Kleinkunstnacht in Bockwitz war es ein besonderer Höhepunkt solche guten alten Bekannten wie Pension Volkmann oder das Duo Udo, bestehend aus einem Brachialromantiker und einem Musikmaschinisten, zu erleben. Udo, also das Universal Druckluft Orchester, hatte es verdammt auf diese so genannten Lachmuskeln abgesehen. Und dennoch wurde es richtig Kunst.
Eine kuriose, mit Luftdruck betriebene Schlagzeugmaschinerie und zwei nicht auf den Mund gefallene Herren zogen nämlich eine Kabarettnummer ab, der es an nichts fehlte. Die Herren sind Dieter Beckert, er steht für Gitarre, Thrombose und goldenes Stimmband, und Peter Till als perkussive Bockwurst und Lachsack. “Die Welt ist wie ein Laster, der auf ein kleines Mädchen zurollt”, bellte der Frontmann Beckert, immer wieder ins Mikro, während sein Kollege damit beschäftigt war, ihm den Mikrofonständer mit einem Trennschleifer streitig zu machen. Diese und ähnliche Einlagen verkauften die beiden so charmant, dass sich fast keiner mehr auf seinem Hocker halten konnte. Ganz zu schweigen von der rein pneumatisch-technischen Seite. Klavier-Kompressor-Schlagzeug-Bassgitarre, das ist der Weg des (Tasten)-Drucks beim UDO. Ansonsten nimmt das, was die vielseitigen und erfahrenen Herren machen, den direkten Weg über Auge und Ohr in Herz und Hirn. Und hält sich da.
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10. Oktober 2006 keine Kommentare
Mitteldeutsche Zeitung vom 01.02.2003
“Live Wire” in Bockwitz
Bockwitz/MZ/se. Zum Livekonzert lädt man heute Abend im Bockwitzer Lokal “Seh-Song”. Als Gäste auf der Bühne wird “Live Wire” aus Altenburg erwartet. Die Band hegt eine besondere Vorliebe für die Musik von “AC/DC”.
Ganz in diesem Sinne werden dann auch ab zirka 21 Uhr bekannte Hartrock-Hits im Seh-Song zu hören sein.
Karten erhält man noch an der Abendkasse.
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1. Februar 2003 keine Kommentare
Mitteldeutsche Zeitung vom 01.07.2002
Kleinkunstnacht
“Saitlinge” luden zu Rock, Wortwitz und Sitzen auf Pappkartons
VON UNSERER REDAKTEURIN KARIN GRO ß MANN
Bockwitz/MZ. Er hat sie noch, die FDJ-Fanfare. Doch den Gästen der vierten Kleinkunstnacht in der Bockwitzer Musik-Kneipe “Sehsong” braucht Wirt Bernd Christen damit nicht den Marsch zu blasen. Die sitzen schon dicht gedrängt in der Scheune, wo das erste Programm startet. Und für das Sitzen haben sich die Saitlinge, die zum vierten Mal zum etwas anderen Kunstgenuss in lauer Sommernacht einluden, Sitze aus Kartons gefaltet, das Programm gleich drauf geklebt. Die Papphocker sollte jeder mitnehmen, wenn er von Bühne zu Bühne wanderte. Als Erinnerungsstück konnten sie auch dienen oder einfach dagelassen werden, damit sie im nächsten Jahr – mit aufgeklebtem neuem Programm – dann wieder ausgegeben werden können.
Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass da in Bockwitz ein Kunstgenuss der besonderen Art, geboten wird. Ein paar Hundert ließen ihn sich nicht entgehen. Tobias Klug eröffnete den Reigen in der Scheune, stellte klassisch und komisch den Kontrabass in die Mitte und bewies, dass jenes Instrument nicht nur als Streich-, sondern auch als Zupfinstrument und gar als Schaukelpferd zu gebrauchen ist. Und seine Texte machten nicht nur Spaß, sondern hatten Biss, was dem altersmäßig breit gefächerten Publikum gefiel. Zwei Zugaben waren das Mindeste, ehe die Scheune geräumt wurde und sich das Publikum der nächsten Bühne zuwandte.
In die Musikkneipe allerdings kam da erst mal keiner rein. Dort spielte der Chemnitzer Pianist Alexander Suckel gemeinsam mit einigen Saitlingen. So wurden die Sitzkartons nebenan an der kleine Bühne im Freien geparkt, wo die Post auf andere Weise abging. Die “Zwei verrückten Schwestern” lieferten wie im vergangenen Jahr bereits eine farbenprächtige Travestie-Show voller Klamauk, Erotik und Ironie ab. Da erschien Marlene Dietrich neben Nina Hagen und der vergessene Farbfilm wurde lautstark mitgesungen.
“Die Atmosphäre und Vielfalt hier sind einfach toll.” Roland Lindner
teilnehmender Künstler
Die Holzplastiken in der Scheune dienten für die Kleinkunstnacht nicht nur als Dekoration. Der Mann mit der Mütze, der Hollsteitzer Künstler Roland Lindner erläuterte, wie ihn gerade jenes Holzstück zu der Plastik, die daraus entstand, inspirierte. “Das zweite Mal ist er bei der Kleinkunstnacht dabei, “weil ich die Atmosphäre und die Vielfalt einfach toll finde”, sagt er. Im Freigehege waren aber auch Tierpräparate von Martin Unruh zu sehen. Puppen und Spiele stellte Grit von der Kreativ-Werkstatt aus Zeitz vor.
Musikalisch ging die Nacht weiter mit den Rockchansongs von Dirk Michaelis, ehemals Front-Mann der Kultband “Karussell”, mit knochenhartem Rock des Berliner Metall-Quintetts “Coppelius” und zum Ausklang dann der Auftritt der Gastgeber selbst.
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1. Juli 2002 keine Kommentare
Mitteldeutsche Zeitung vom 30.04.2002
Heute ist sie da, die Nacht der Hexen, und die wird ja bekanntlich nicht nur im tiefsten Harz gefeiert. Nein, auch bei uns, nämlich in Bockwitz, findet sie seit Jahren statt, die Walpurgisnacht.
Hexen tanzen
Und so lädt das Bockwitzer Lokal “Seh-Song” auch heute wieder traditionell zum dämonischen Unterhaltungstreiben. Als wilde und rhythmische Zauberwesen werden die “Tanzmäuse” aus Lucka erwartet.
Für die musikalische Stimmungsmache wurden diesmal gleich zwei Bands verpflichtet. Einerseits gastiert mit den “Blind Dogs” aus Gera eine im “Seh-Song” bereits erprobte Gute-Laune-Band, die sich u.a. das Motto “Es lebe der Rock ´n´ Roll” auf die Fahnen geschrieben hat. Außerdem gibt es urigen Jazz von und mit der “Oldtime-Company” aus Leuna. Alle Romantiker sollen am großen Lagerfeuer auf ihre Kosten kommen.
Feuerwerkpremiere
“Erstmalig wird es in Bockwitz zu Walpurgis auch ein Feuerwerk geben”, verrät Seh-Song-Chef Bernd Christen. Punkt 0.00 Uhr werden Raketen den Nachthimmel erhellen und für die gastronomische Versorgung ist natürlich auch gesorgt. se.
Karten gibt es noch an der Abendkasse. Der Einlass beginnt um 19 Uhr.
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30. April 2002 keine Kommentare
Mitteldeutsche Zeitung vom 12.07.1999
Kleinkunstnacht in Bockwitz
Bockwitz/MZ/gro. Die erste Kleinkunstnacht im Hof der Gaststätte “Sehsong” ist gelungen. Ein paar Hundert Besucher strömten in den kleinen Ort, um das für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche kulturelle Angebot zu erleben. Auf dem elterlichen Hof von “Sehsong”-Wirt Bernd Christen, Mitglied der Band “Die Saitlinge”, wurden auf drei verschiedenen Bühnen unterschiedliche Kunstgenüsse präsentiert, zwischen denen die Besucher bei einem Glas Wein oder Bier nach Lust und Liebe pendelten.
Da sang der Leipziger Liedermacher und Poet Hans-Eckardt Wenzel zu Gitarre, Akkordeon und Keyboard Lieder für jene, “die das Denken noch nicht verlernt hatten und sich vergnügten”, machte dann die Bühne frei für Dieter Beckert und Peter Till mit dem “Universal-Druckluftorchester”. Während dessen spielte auf der kleinen Freiluftbühne die Theatergruppe “Bühne Hannelore” aus Leipzig Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie “Der Prozeß um des Esels Schatten”. Auf der KleinKunstBühne im Zelt gab Johannes Kirchberg sein Erich-Kästner-Programm “Der Mensch ist gut” zum besten. “Die Saitlinge” als Lokalmatadoren behielten sich ihr Programm für Mitternacht vor. Fürs leibliche Wohl war nicht nur mit Gegrilltem gesorgt, sondern auch mit Fettbemme und Ziegenkäse aus eigener Hofkäserei.
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12. Juli 1999 keine Kommentare
Mitteldeutsche Zeitung vom 21.06.1999
“Saurus” lud zur Party mit Musik und Film
Bockwitz/MZ/se. 148 Jahre Kleefest in Würchwitz, das hieß diesmal auch, eine Diskothek feiert ihren 20. Geburtstag. Wohl wären Eckhard Landmann aus Loitsch, Eckbert Dolz aus Lobas und Bernd Christen aus Bockwitz 1999 als Diskothek “Saurus” 20 Jahre im Geschäft gewesen. Zwei Jahrzehnte durchweg auf den Tanzsälen der umliegenden Ortschaften unterwegs waren sie aber doch nicht. Dies war den zirka 150 Leuten, die am Sonnabend zur “Saurus-Revival-Party” in das Bockwitzer “Seh-Song” Lokal kamen, völlig egal. Denn einen gewissen Kultstatus hat das Trio. Und dieser Fakt reichte allemal, Erinnerungen zu aktivieren, den Mega-Hits von einst zu lauschen oder aber auf der aufgebauten Leinwand u.a. per Film zu verfolgen, was früher im Ort so angesagt war.
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21. Juni 1999 keine Kommentare
Mitteldeutsche Zeitung vom 03.05.1999
Walburgisnacht im “Sehsong”
Bockwitz/MZ/se. Es waren über 800 Leute, die sich am Freitag aufmachten, um in Bockwitz die Walburgisnacht zu feiern. Eigens für diesen Anlaß hatte sich das Hof- und Wiesenterrain rund um das Bockwitzer Lokal “Sehsong” mittels Suppenkessel und Lagerfeuer in ein riesiges Festgelände verwandelt. Die Musik kam von “The Blind Dogs” aus Bad Köstritz. “Pöschis Tanzmäuse” aus Lucka sorgten als tanzende Hexen für Walburgisnacht-Flair.
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3. Mai 1999 keine Kommentare
Mitteldeutsche Zeitung vom 16.09.1998
CD-Vorstellung
“Saitlinge” aus Zeitz luden zur musikalischen Premiere
SYLVIA EHRENBERG
Bockwitz/MZ. Es ist Nacht in Bockwitz. In dem kleinen Lokal am Rande des Zeitzer Nirwana gehen die Lichter aus. Die Augen streiken. Ab jetzt sind andere Sinne gefragt, denn irgendwo, am Ende des Raumes, da rauscht leise Musik, hallen Glockenklänge gegen alte Mauern und in die Ohren. Da wurde das Loch im Kopf groß und der Geist war frei für ein Abenteuer, als das Licht wieder zu flackern begann.
Neue CD vorgestellt
Vier Zeitzer Musiker waren es, die am Sonnabend als “Die Saitlinge” zur “Record-Release-Party” ihrer CD “Keine Zeit” nach Bockwitz einluden. Und der Abenteurer fanden sich reichlich ein, um gemeinsam mit der Band alias Bernd Christen (Gitarre, Gesang), Jürgen Kober (Schlagzeug), Mario Bürger (Akkordeon, Baßgitarre und Gitarre) sowie Peter Schneider (Saxophon, Klarinette) die “Zeit” füreinander zu finden. Kamen die einen zur Premiere, weil sie die Band und ihren Anspruch an Musik und Texte zu schätzen wissen, trieb andere die pure Neugier ins Bockwitzer Lokal. Doch egal, aus welchem Grund auch immer, wer von den über 100 Gästen von woher kam: Sie alle haben ihre Zeit lohnend investiert. Denn was die “Saitlinge” innerhalb ihres anderthalbstündigen Programmes boten, war lyrisch, rockig und perlte gut dosiert in die Ohren. Texte aus dem Hier und Heute, melancholisch verpackt. Bissige Wörter prallen gegen die Harmonie der musikalischen Arrangements. Tatsächlich hält sich bei einigen Liedern der Frohsinn in Grenzen. Doch die augenscheinliche Melancholie hat Nischen und die zu entdecken, machte Spaß und Mut. “Keine Zeit für Zeit”: Eine CD und ein Programm. Beides erweist sich als ein frisches Projekt und spannender Versuch der modernen Kommunikation. Den versöhnenden Weichspüler haben die “Saitlinge” dabei weggelassen, denn im Leben, wie “im Hausflur riecht es” gelegentlich nun mal “nach Urin”.
Deutschlandweit zu haben
Der Christen, der Bürger, Schneider und Kober, daß sind durch die Bank studierte oder qualifizierte Musiker, die sich gelegentlich mal als gescheiterte Existenzen oder introvertierte Exhibitionisten sehen: Doch letztlich gehören sie alle vier in die Kategorie anspruchsvoll und militant-zeitgenössisch. Daß bei ihnen die medientauglichen Grinsbacken fehlen, ist erfreulich und ohne Belang. Denn “Keine Zeit für Zeit” wurde im Mai im “Metrix-Studio” in Halle aufgenommen und produziert, erscheint bei R U M-Records/Loewenzahn und kommt über den “Buschfunk-Vertrieb” deutschlandweit in die Plattenläden.
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16. September 1998 keine Kommentare