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Kleinkunst im Sehsong

Mitteldeutsche Zeitung vom 20.09.2007

Eine Nacht in Bockwitz >>>Den ganzen Artikel "Kleinkunst im Sehsong" lesen.

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20. September 2007 keine Kommentare

Keine Chance für Lakomy, allein zu sein

Mitteldeutsche Zeitung vom 01.07.2003

5. Klein Kunst Nacht

Saitlinge strickten ein spannendes Angebot zwischen den Genres

VON UNSERER REDAKTEURIN MARIA BARSI

Bockwitz/MZ. Natürlich behauptete Reinhard Lakomy zu Beginn seines Auftritts bei der fünften “Klein Kunst Nacht” im Bockwitzer “Seh-song”, dass er heute allein sei. Doch damit kam er nicht durch -mehr Leute hätten gar nicht hinein gepasst in die Scheune und fast alle konnten sie dieses Lied und viele andere mitsingen. Dazu noch die knurrigen Bemerkungen Lakomys über Kohl und die Welt, und die Leute hielt es fast nicht auf ihren Sitzkartons. Und gern ließen sie sich dann noch von Axinia Schönfeldt überraschen.

Dass Lakomy die Massen auf die Beine brachte, war zu erwarten. Aber auch als Pianist Alexander Suckel und Schauspieler Tobias D. Weber vom Chemnitzer Schauspielhaus zu ihrer vergnüglich-ironischen Betrachtung der Welt und Liedern von damals und heute anhoben, war die Hütte knackevoll. War doch zumindest Suckel den Fans der “Klein Kunst Nacht” kein Unbekannter. Im Jahr zuvor hatte er mit der Band “Die Saitlinge”, deren Ideen und Tatkraft diese Veranstaltung entspringt, gemeinsam musiziert. Dieses Mal boten die beiden “Saitlinge” Peter Schneider und Melchior Walther gemeinsam mit der Zeitzer Punkrockband “d.h.” eine Annäherung zwischen Jazz und Punk.

Wessen Ding das ganz große Gedränge nicht ist, der drängte sich in Maßen in der Kneipe, wo der Leipziger Volly Tanner zweimal an diesem Abend eigene satirische Texte las. Oder man ließ sich von Pöschis Tanzmäusen anregen. Oder man amüsierte sich mit dem noch jungen Leipziger Improvisationstheater “2t-frisur” unter freiem Himmel, die das Publikum nicht untätig herumsitzen und nur zuschauen ließen. Hier wurde mitgemacht -sei es sozusagen im Wald oder im Wohnzimmer von Frau Müller. Eine spaßige Sache, bei der mancher nach seiner verschütteten Phantasie zu graben begann.

Die Abwechslung machte das Vergnügen und die Möglichkeit, jederzeit seinen Sitzkarton schnappen zu können und um die Ecke herum zu einer ganz anderen Veranstaltung zu gehen. Und reizvoll war es auch, gestandene Profis neben ganz jungen Leuten zu erleben, bei denen sich noch finden wird, wie weit sie kommen in ihrem Metier.

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1. Juli 2003 keine Kommentare

Viel mehr als das Übliche

Mitteldeutsche Zeitung vom 30.06.2003

5. Klein Kunst Nacht

Bockwitz/MZ. Zum fünften Mal richtete die Zeitzer Band “Die Saitlinge” am Sonnabendabend ihre Klein Kunst Nacht in der Bockwitzer Musik-Kneipe “Seh-Song” aus. Mit Saitling Peter Schneider sprach unsere Redakteurin Maria Barsi.

Moment mal!

Das MZ-Kurzinterview

Sie haben dieses Mal sogar Reinhard Lakomy und Axinia Schönfeldt nach Bockwitz gebracht. Wer finanziert Ihnen das?

Schneider: Das geht überwiegend aus unseren eigenen Taschen und die sind nicht so toll gefüllt. Wir holen uns also Leute her, die wir kennen. Eigentlich könnten wir sie uns gar nicht leisten, wenn es eben nicht so auf Handschlag ginge.

Darauf lassen sich Künstler ein?

Schneider: Die bekannten Leute kommen her, weil es ihnen hier gefällt, weil die Atmosphäre ungewöhnlich und das Publikum sehr interessiert ist. Das ist hier ein Podium für uns und andere Künstler, wie man es kaum noch hat.

Gibt es etwa nicht genug Auftrittsmöglichkeiten, siehe Zeitzer Schwarzbiernacht?

Schneider: Bei solchen Veranstaltungen werden vor allem Hits gespielt, aber kaum welche gemacht. Für Kleinkunst gibt es da wenig Chancen, wahrgenommen zu werden. Aber in Bockwitz hatten wir eben auch ein junges Improvisationstheater dabei und haben mal mit der Zeitzer Punkrockband “d.h.” experimentiert.

Schwimmen Sie da nicht gegen den Strom?

Schneider: Freilich. Aber wir haben eben auch einen künstlerischen Anspruch. Und im “Seh-Song” vom Bernd Christen haben wir eine gute Chance, mehr zu zeigen als das Übliche. Und gucken Sie nur mal, wer hier alles von Bühne zu Bühne zieht. Vom Schulkind bis zur Oma, vom Zopfträger bis zum Anzugmenschen – alles dabei.

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30. Juni 2003 keine Kommentare

Ein Abenteuer mit “Keine Zeit für Zeit” Von unserer Mitarbeiterin

Mitteldeutsche Zeitung vom 16.09.1998

CD-Vorstellung

“Saitlinge” aus Zeitz luden zur musikalischen Premiere

SYLVIA EHRENBERG

Bockwitz/MZ. Es ist Nacht in Bockwitz. In dem kleinen Lokal am Rande des Zeitzer Nirwana gehen die Lichter aus. Die Augen streiken. Ab jetzt sind andere Sinne gefragt, denn irgendwo, am Ende des Raumes, da rauscht leise Musik, hallen Glockenklänge gegen alte Mauern und in die Ohren. Da wurde das Loch im Kopf groß und der Geist war frei für ein Abenteuer, als das Licht wieder zu flackern begann.

Neue CD vorgestellt

Vier Zeitzer Musiker waren es, die am Sonnabend als “Die Saitlinge” zur “Record-Release-Party” ihrer CD “Keine Zeit” nach Bockwitz einluden. Und der Abenteurer fanden sich reichlich ein, um gemeinsam mit der Band alias Bernd Christen (Gitarre, Gesang), Jürgen Kober (Schlagzeug), Mario Bürger (Akkordeon, Baßgitarre und Gitarre) sowie Peter Schneider (Saxophon, Klarinette) die “Zeit” füreinander zu finden. Kamen die einen zur Premiere, weil sie die Band und ihren Anspruch an Musik und Texte zu schätzen wissen, trieb andere die pure Neugier ins Bockwitzer Lokal. Doch egal, aus welchem Grund auch immer, wer von den über 100 Gästen von woher kam: Sie alle haben ihre Zeit lohnend investiert. Denn was die “Saitlinge” innerhalb ihres anderthalbstündigen Programmes boten, war lyrisch, rockig und perlte gut dosiert in die Ohren. Texte aus dem Hier und Heute, melancholisch verpackt. Bissige Wörter prallen gegen die Harmonie der musikalischen Arrangements. Tatsächlich hält sich bei einigen Liedern der Frohsinn in Grenzen. Doch die augenscheinliche Melancholie hat Nischen und die zu entdecken, machte Spaß und Mut. “Keine Zeit für Zeit”: Eine CD und ein Programm. Beides erweist sich als ein frisches Projekt und spannender Versuch der modernen Kommunikation. Den versöhnenden Weichspüler haben die “Saitlinge” dabei weggelassen, denn im Leben, wie “im Hausflur riecht es” gelegentlich nun mal “nach Urin”.

Deutschlandweit zu haben

Der Christen, der Bürger, Schneider und Kober, daß sind durch die Bank studierte oder qualifizierte Musiker, die sich gelegentlich mal als gescheiterte Existenzen oder introvertierte Exhibitionisten sehen: Doch letztlich gehören sie alle vier in die Kategorie anspruchsvoll und militant-zeitgenössisch. Daß bei ihnen die medientauglichen Grinsbacken fehlen, ist erfreulich und ohne Belang. Denn “Keine Zeit für Zeit” wurde im Mai im “Metrix-Studio” in Halle aufgenommen und produziert, erscheint bei R U M-Records/Loewenzahn und kommt über den “Buschfunk-Vertrieb” deutschlandweit in die Plattenläden.

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16. September 1998 keine Kommentare